Wie veranstalte ich eine Weinprobe?

Wie veranstalte ich eine Weinprobe?

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Wein trinken mag jeder und etwas neugierig sind die meisten. Aber Wein zu verkosten, darüber zu reden und sogar Notizen darüber zu machen, das ist für viele dann doch zu viel. Und ganz ehrlich, es ist meist schon lustig Leuten, die über Wein  reden, zuzuhören. Ich erwische mich oft selbst dabei, wie ich über meine eigenen Sätze lachen muss.

Das große Problem vieler ist, dass sie nicht wissen, welche Worte sie benutzen sollen – wie das , was sie schmecken in Worte zu fassen ist. Da hilft nur Übung. Und irgendwo, irgendwann muss man mal anfangen.

Was brauchen wir? Nicht viel –  einen Tisch, saubere geruchsfreie Gläser (Weingläser mit Stiel, im Zweifel vorher mit klarem Wasser ausspülen und mit einem sauberen Tuch trocknen; man braucht nicht für jeden Wein ein neues Glas, im Zweifel kurz mit einer geringen Menge des neuen Weins ausschwenken) und ein, zwei weininteressierte Freunde. Ein paar Knabbereien sind nicht verkehrt, am besten Weißbrot oder Salzgebäck. Profis würden nie beim Tasting essen, für Anfänger ist es aber doch ungewohnt sechs Gläser Wein in sich reinzuschütten, ohne was dazu zu essen. Zettel und Stifte sind nützlich für eigene Notizen, ob man ihn mochte oder nicht und vor allem um seine eigene Weinsprache zu trainieren. Notizen sind in erster Linie immer für einen selbst.

Jetzt fehlt nur noch der Wein. Zum Verkosten genügt eine Ausschankmenge von ca. 40ml – aus einer Flasche bekommt man also ohne weiteres 15-18 Gläser. Wichtig ist die richtige Temperatur des Weines – Weißweine zum Verkosten ca. 6-8 Grad und Rotweine ca. 16-18. Ohne Weinklimaschrank ist das fast unmöglich zu treffen – ich mache immer Folgendes: Die Weißweine kühlen über Nacht im Kühlschrank gut durch, die Rotweine bleiben draußen und zwanzig Minuten vor dem Tasting nehme ich die Weißweine heraus und lege die Rotweine hinein. Um Weißwein schnell auf Temperatur zu bekommen, benutze ich diese blauen Kühlpads (die, die immer im Gefrierfach liegen, falls man sich den Kopf stößt). Einfach mit einem Küchentuch um die Weißweinflasche wickeln, einige Minuten warten – fertig. Oder Flasche drauf stellen, hält auch wunderbar kühl und eignet sich natürlich auch für Rotwein.

Und welchen Wein nehmen wir?

Für ein Einsteigertasting würde ich Weine nehmen, die aussagekräftig sind, sortentypisch schmecken und für um die zehn Euro zu haben sind.

 

  1. Riesling

Riesling gibt es in allen Süßegraden und Preiskategorien, vom einfachen Liter-Schoppenwein bis zur unbezahlbaren Trockenbeerenauslese. Für unsere Zwecke eignet sich am besten ein trockener Gutsriesling aus der Pfalz oder dem Rheingau.

Riesling schmeckt deutlich nach Apfel und Zitrone, oft auch nach Pfirsich und besitzt immer eine kernige Säure. Wer möchte kann auch einen halbtrockenen Riesling wählen, die Süße balanciert die Säure dann etwas aus.

 

  1. Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc ist die perfekte Einsteiger-Rebsorte, weil sie ein ganz eigenes Aromenprofil besitzt und eigentlich jeder etwas damit anfangen kann. Für das Tasting würde ich einen Sauvignon Blanc aus Neuseeland nehmen, die Weine schmecken oft deutlich nach Ananas, Stachelbeere, Grapefruit, Holunderblüten, Paprika, Johannisbeerblättern. Alles in allem ist er ein sehr „grüner“ Wein. Bessere haben eine perfekte Balance zwischen dieser „Grünigkeit“ und Fruchtigkeit.

 

  1. Chardonnay

Wer Chardonnay sagt, meint fast immer Chardonnay der im Holzfass ausgebaut wurde. Also Wein, der im Fass vergoren und gelagert worden ist, um ihm mehr Komplexität und Körper zu verleihen. Weine aus dieser Rebsorte sind im allgemeinen breiter und mit weniger Säure als Riesling und Sauvignon Blanc. Typische Aromen im Glas sind Zitrus, Vanille, Birne, Pfirsich, Nuss, Röstaromen (z.B. Toastbrot). Auf dem Etikett sollten Begriffe wie Barrique, Holzfass oder ähnliches stehen. Es gibt guten deutschen Chardonnay, die Weine aus Übersee haben meist aber noch mehr Frucht- und Barriquenoten.

 

  1. Pinot Noir

In Deutschland heißt die Rebsorte Spätburgunder. Die besten Pinots kommen aus dem Burgund, leider sind das auch die teuersten. Ich empfehle nach einem guten Spätburgunder aus Baden zu schauen. Die Weine sind von hellroter Farbe mit genialem Aroma nach Beerenfrucht, vor allem Kirschen und Himbeeren. Deutscher Spätburgunder besitzt immer eine frische Säure. In den obersten Kategorien kann Pinot Noir Weine mit ganz besonderer Textur und Balance hervorbringen, grüne und florale Aromen, volle rote Beerenfrucht, dabei immer leicht und elegant, nie plump.

 

  1. Cabernet Sauvignon

Wie Sauvignon Blanc hat auch Cabernet Sauvignon ein ganz eigenes Profil, welches sie für ein Tasting prädestiniert. Am deutlichsten sind schwarze Johannisbeere und Paprika. Je nach Herkunft und Ausbau kommen verschiedene Aromen dazu, wie Pflaume, Minze, Holzaromen (Zeder, Eiche), Tabak, etc. Wenn möglich, sollte fürs Tasting ein Wein aus Chile besorgt werden, Cabernet von dort zeigt am besten die schwarze Johannisbeere.

 

  1. Syrah

Oder auch Shiraz, was die gleiche Rebsorte bezeichnet aber abhängig ist von Herkunft und Stil. Für dieses Tasting brauchen wir einen Wein von der nördlichen Rhône, am besten einen Crozes Hermitage, die sind meist am günstigsten zu bekommen. In diesem Wein findet an typischerweise Aromen von schwarzen Früchten wie Schwarzkirschen und Brombeeren. Am typischsten für Syrah ist aber Schwarzer Pfeffer oder auch verbranntes Gummi. Auch Lakritz oder Teer kann vorkommen.

 

Ich gebe gern Tipps, falls ihr die Weine für euer Tasting bei einem Onlinehändler einkaufen wollt. Mailt mir einfach und ich mache euch eine Einkaufsliste für euren Lieblingshändler fertig.

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