Wein der Woche: Partida Creus

Partida Creus

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Diese Woche gibt es nicht einen Wein der Woche, sondern gleich vier! Die Weine haben mich so beeindruckt, dass ich mich nicht für einen entscheiden wollte. Aber zuerst wie immer ein paar Hintergrundinformationen zum Weingut.

Hinter den Weinen mit den hübsch designten Flaschen stehen Massimo Marchiori und Antonella Gerona. Die beiden wanderten von Italien nach Barcelona aus um dort zu arbeiten, dann um das Jahr 2000 herum hatten sie vom Großstadtrummel genug und zogen raus aufs Land. Sie suchten einen langsameren Lebensstil und fanden ihn in ihrem neuen Zuhause im Massis de Bonastre in Baix Penedés wo sie anfingen alles mögliche an lokalen Lebensmitteln ökologisch zu erzeugen. Nur den Wein, den sie sich vorstellten fanden sie nicht.

Zeit für Altes

Also kauften sie zunächst Weinberge. Immer wenn sie einen Weinberg gefunden hatten der sie interessierte, gingen sie in die nächste Stadt und versuchten herauszufinden, wem er gehörte um ihn zu kaufen oder eine Pacht zu vereinbaren. Sie suchten gezielt nach alten Pflanzungen lokaler Rebsorten. Die Einheimischen hielten sie zu Anfang für komplett verrückt, diese Weinberge bewirtschaften zu wollen. Schließlich sind die Erträge mit den alten Rebstöcken deutlich geringer und modernere internationale Rebsorten erzielen deutlich höhere Preise. Aber Antonella und Massimo ließe sich zum Glück nicht abbringen und bewirtschaften ihre Reben zusammen mit Orazio und Vincenza, einem Esel und einem Maultier. Ihre Naturweine gehören heute zu den besten und gesuchtesten und sind weltweit auf den Karten der besten Restaurants vertreten.

Vino Natural

Alle Ihre Weine sind ungemein frisch und präzise mit relativ niedrigem Alkoholgehalt der meist bei 10-11% liegt. Die hohen Säurewerte sorgen dafür, dass die Weine auch über einen etwas längeren Zeitraum hinweg trinkbar bleiben. Und das obwohl sie auf die Zugabe von Schwefel verzichten. Die Weine sind ungemein lebendig und voller Energie, man braucht aber etwas Eingewöhnung da es hier wie bei allen Naturweinen um neue ungewohnte Geschmacksmuster geht.

VN 2015

Alk. 10,5% Vol
Vinel-Lo
Eine Cuvée aus Garnatxa Blanco, Macabeu, Moscatel, Parellada, Vinyater, Passé und Xarello. Die Farbe changiert zwischen hellgelb und grün. Die Trübung des Weines kommt auch hier von der fehlenden Filtration.
Der Moscatel kommt in der Nase gut durch, es duftet nach reifen roten Äpfeln, Aprikosen und Kräutern. Mit etwas Luft verfliegt die flüchtige Säure recht schnell.
Im Mund ist er sehr frisch mit ordentlich Zug und die lebendige Säure ist schön animierend. Super saftig, zeigt auch am Gaumen viel reife Frucht.
Sehr elegant und ausgewogen. Trotz des geringen Alkoholgehalts überraschend vollmundig. Hervorragend zum Essen.

CV 2015

Alk. 10% Vol
CV steht für die verwendete Rebsorte Cartoixa Vermell, was der katalonische Name für Xarello Rosado ist, eine Mutation der Xarello (unter anderem wichtig für Cava, den großen spanischen Schaumwein) mit pinken Beeren. Die Rebsorte ist sehr selten und kommt eigentlich nur in der Gegend um Barcelona vor. Die Farbe des Weins ist dank der pinken Beeren von einem zarten blassrosa, fast schon zwiebelfarben und trüb.
Er duftet verführerisch nach roten Johannisbeeren, Rhabarber und Grapefruit. Dazu nasser Stein und Salz. Im Mund ist er sehr leicht, verschwindet schnell und hinterlässt einen extrem frischen und salzigen Eindruck am Gaumen. Ein verrückter Wein, der so schön anders ist. Salzig, frisch, mit enormem Trinkfluss. Zurückhaltende Frucht und viel Würze. Kein Chi-Chi-Rosé, bitte ohne Eiswürfel trinken.

 

BN 2015

Alk. 10,5% Vol
Der Blanco Natural, eine Cuvée aus Macabeu und Cartoixa (Xarello).
Die goldfarbene Verführung mit einer ordentlichen Portion Funkyness. Wie eine Aprikose am Strand, so reif dass man sie lutschen kann. Und genauso versaut. Für mich der perfekte Einstieg in die Welt der Naturweine. Dieser Wein steht für mich sinnbildlich für Vin Nature aus Katalonien.
Goldfarben und trüb im Glas duftet er herrlich nach reifem Steinobst, kandierten Äpfeln und etwas Moschus. Im Mund trumpft der BN mit seiner vollen Fruchtaromatik auf. Die frische Säure und der leicht bittere Abgang fördern den Durst ungemein. Zurück bleibt ein salzig-jodiger Geschmack nach Meer.

 

SP 2015

Alk. 10,5% Vol
Subirat Parent, ein alter Malvasia Klon steckt hier drin.
Ein Wein zum süchtig werden. Wer mit dem BN warm geworden ist kann hier weitermachen und endgültig abhängig werden. Danach mag man keinen konventionellen Wein mehr trinken.
Die Farbe ist ein ins grünliche changierende Gelb, trüb.
Die flüchtige Säure ist zu Beginn leider sehr stark, mit etwas Geduld und viel Luft verfliegt sie zum Glück zum größten Teil. Dann kann man sich auch auf die herlliche Aromatik nach tropischen Früchten konzentrieren. Der SP zeigt die ganze Bandbreite von Ananas über Mango, Papaya bis zu Melonen.
Am Gaumen ist er sehr trocken mit gut integrierter aber wahrnehmbarer Säure. Zurück bleibt ein ewiger Abgang nach getrockneter Aprikose und Orangenschale.
Kräftiger Wein mit überraschend viel Frucht und fast öliger Konsistenz der unbedingt zum Essen getrunken werden sollte.

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