Nur der eigene Geschmack zählt

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„Natürlich“ werden jetzt viele sagen, was sollte denn sonst entscheidend sein? Ganz so einfach ist es leider nicht. Sehr oft lassen wir uns in der Auswahl dessen, was wir an Weinen gut finden von der Meinung anderer beeinflussen. Das liegt zum einen entweder daran, dass wir unserem eigenen Geschmack nicht vertrauen oder zu faul sind, uns einen eigenen Geschmack zuzulegen. Ist ja auch Arbeit.

Ich habe es oft während meiner Arbeit als Sommelier erlebt, dass Ich eine bestellte Flasche Wein am Tisch öffne, einen Probeschluck einschenke, der Gast probiert, guckt mich an, schluckt den Wein runter und fragt: „ Ist der gut?“ Meine Antwort darauf war jedes Mal die Frage, ob er denn schmecken würde. Eine simple Frage, deren Beantwortung ganz und gar nicht so einfach ist. Jedesmal musste ein zweiter Probeschluck her, der Tischnachbar musste auch probieren und erst, wenn der zustimmte und den Wein für gut befand akzeptierte endlich der Besteller die Flasche.

Und kann man da was machen?

Unser Geschmack entwickelt sich, verändert sich über die Jahre und Dinge, die wir früher mochten, sind heute vielleicht gar nicht mehr so angesagt. Andere dafür sind gar nicht mehr wegzudenken, Kaffee, Tee, Bier. Alles bittere Getränke, an deren Geschmack wir uns erst langsam gewöhnen mussten und nun nicht mehr missen wollen.

Das gleiche gilt für Weine. Wer lieber halbtrockenen Rotweine trinkt, hat nicht einen schlechteren Geschmack, als derjenige, der lieber roten Bordeaux trinkt – nur einen Anderen. Genauso ist ein Meursault für jemanden nicht der bessere obwohl teurere Wein, der lieber fette kalifornische Chardonnays trinkt. Das ist vollkommen in Ordnung. Denn der beste Wein ist immer der, der gerade schmeckt. Ganz egal wie renommiert, teuer oder hoch bewertet der sein mag. Jeder nimmt Geschmack anders war und entwickelt ihn in unterschiedlichem Tempo. Ich versuche regelmäßig (ein bis zweimal im Jahr) bestimmte Weine zu verkosten, um zu sehen ob und wie sie mir noch schmecken und zu beobachten, wie mein eigener Geschmack sich verändert.

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