Die Hausbar

Die Hausbar

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Die beste Hausbar die ich kenne, gehört einem meiner besten Freunde, einem alten Schulfreund. Jedesmal wenn ich zu Besuch bin, serviert er mir einen Drink. Zum Ankommen, als Aperitif, nach dem Essen oder einfach nur so weil es grad so schön ist. Und sie sind alle gut.

Seine Bar ist nicht die größte, nicht die am besten sortierte und auch nicht die teuerste Hausbar die ich kenne. Nein, aber was diese Bar zur Besten macht, ist, dass sie perfekt auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Klein genug, um im Wohnzimmer nicht zu viel Platz wegzunehmen, groß genug für alle Flaschen die er gerne mag. Gefüllt mit allem um Lieblingsdrinks herzustellen.

In erster Linie stehen im Barschrank eine Flasche Campari (immer), verschiedene Wermuths unterschiedlicher Herkunft, eine Auswahl an Gin und Pastis sowie eine stetig wachsende Zahl hervorragender Scotchs. Abgerundet wird das ganze mit diversen Bränden, Bourbon, Bitters. Dazu ein Shaker, Rührglass, Jigger, Barlöffel, immer genug Eis im Froster, Tonic Water und selbstgemachter Zuckersirup im Kühlschrank sowie Zitronen und Orangen in der Obstschale.

Daraus lässt sich eine ganze Menge zaubern: Gin & Tonic sowieso, Martinis und Manhattans sowie diverse Variationen, Whiskey Sours, Americanos und Negronis. Für einen Amateur ist das schon eine ziemliche Hausnummer, vor allem sind die Drinks um Längen besser als in vielen Bars.

Was macht also eine gute Hausbar aus?

 

Barmöbel

Das Möbel sollte groß genug sein um alle Flaschen problemlos aufzunehmen und sich trotzdem in den Raum ohne Probleme einfügen. Wer einen eigenen Raum für eine Bar hat, braucht nicht weiterzulesen. Das kann ein Tablett auf einer Anrichte sein auf dem die Flaschen stehen, ein kleiner Teewagen oder sogar spezieller Barwagen. Ich habe auch schon umfunktionierte Seekisten gesehen, ehemalige Weinfässer, einen aufklappbaren Globus, Sideboards, Vitrinen, eine Schublade oder ein Regalfach in der Küche. Erlaubt ist, was gefällt.

 

Ausstattung

Wer nicht nur pur trinken, sondern auch mal den ein oder anderen Drink mixen möchte, braucht ein paar Werkzeuge: einen Shaker (die gibt es in den verschiedensten Ausführungen, für den Hausgebrauch und für den Anfang ist der dreiteilige Shaker ideal), einen Jigger (ein Barmaß, in der Regel mit zwei und vier cl), einen langen Löffel (ein Latte-Macchiato-Löffel tut es auch), ein Barsieb. Oft gibt es das alles im Set, das ist zwar selten wahnsinnig hochwertig aber vollkommen ausreichend. Dazu noch eine vernünftige Zitruspresse, fertig.

Wer richtig Geld ausgeben will,der kauft sich versilberte Shaker, 1 Meter lange Barlöffel aus Japan und Rührgläser aus Kristall.

 

Bitters

Vor einigen Jahren gab es einen riesigen Hype um Bitters. So groß das Angebot mittlerweile ist, so viel überflüssiges ist dabei. Was nicht fehlen darf ist Angostura, ein Klassiker an der Bar und fester Bestandteil vieler klassischer Rezepturen. Schöne Alternative ist der Aromatic Bitters von The Bitter Truth. Von dieser Marke gibt es ein sogenanntes Traveller’s Set mit fünf verschiedenen Bitters Fläschchen, was für den Hausgebrauch mehr als ausreichend ist.

Sehr spezielle, aber genial gut und für gewisse Rezepte unabdingbar sind der Peychaud’s Bitter und der Amargo Chuncho Bitter. Den ersteren bracuht man für Sazeracs, den zweiten für den hippen Pisco Sour.
Wer gerne das Vollprogramm haben möchte, dem seien die Bitters von Ms. Better’s Bitters wärmstens empfohlen. Es gibt klassischen Aromatic Bitter aber auch Smoke & Oak, Chocolate und so ungewöhnliche Dinge wie Wormwood, Lime Leaf und Orangetree. Besonders schön ist der vegane Foamer mit dem sich ohne Eiweiss tolle Schaumkronen zaubern lassen.

Bitter sollten sehr sparsam eingesetzt werden und sind perfekt um einen Drink abzurunden.

 

Zuckersirup

Lässt sich ganz einfach selbst herstellen und im Kühlschrank aufbewahren.

Dafür einfach ein Liter Wasser mit einem Kilo Zucker aufkochen und warten bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Dann alles in eine saubere Flasche mit Dreh- oder Bügelverschluss füllen. Hält sich im Kühlschrank ziemlich lange. Sollten sich Zuckerkristalle bilden, einfach wieder aufkochen, mehr Drinks machen oder beim nächsten Mal eine kleinere Menge zubereiten.

Der Sirup lässt sich einfach abwandeln, indem man braunen statt weißen Zucker nimmt. Dadurch bekommt er ein wärmeres Aroma. Auch mit Rosmarin, Lavendel und ähnlichem lassen sich einfach aromatische Sirups kochen. Mit etwas frischem Saft von Zitronen oder ähnlichem lassen sich super schnell Limos herstellen.

 

Obst

Zitronen und Orangen sind die Grundausstattung. Limetten und Grapefruits sind auch nicht verkehrt. Bitte wenn möglich in Bioqualität mit unbehandelter Schale. Dasselbe gilt auch für Gurken, Ananas.

 

Garnituren

Um eure Drinks hübsch dekorieren zu können, braucht ihr Cocktailspieße. Am besten eignen sich kurze aus Bambus und lange Holzspieße die man auch als Stirrer benutzen kann.
Oliven für Martinis sollten in Lake eingelegt sein, nicht in Öl. Das würde für unschöne Ölflecken im Drink sorgen und außerdem braucht man die Salzlake für Dirty Martinis.
Für einige Drinks wie Manhattans oder Sours braucht ihr Cocktailkirschen. Bitte nehmt nicht diese furchtbaren knallroten und pappsüßen Dinger, sondern lieber Maraschinokirschen. Die sind zwar teurer aber jeden Cent wert.

 

Säfte

Frische Säfte sind einfach unschlagbar. Nur wenn zu erwarten ist, dass die Drinks am Abend in die hunderte gehen, ist es zulässig vorzupressen. Niemals gekaufte Säfte verwenden, nur im absoluten Notfall. Der Geschmacksunterschied ist immens.

Beim Pressen von Zitrusfrüchten ist darauf zu achten, dass wirklich nur das Fruchtfleisch ausgepresst wird. Das weiße außenrum ist nämlich bitter und in der Schale finden sich ätherische Öle die zwar auch ihren Reiz besitzen, im Saft aber nix verloren haben.

 

Eis

Eis muss richtig kalt sein. Klar, höre ich euch sagen, was denn sonst. Aber ich habe so oft erlebt, dass Drinks mit wässrigen Brocken gemixt wurden mit entsprechend miesem Ergebnis. Lieber ein Bier aufmachen. Oder das Eiswasser benutzen um Champagner kalt zu kriegen. Wer keine Eismaschine hat, muss auf diese Beutel zurückgreifen oder Schalen, aus denen kein Mensch ganze Würfel rauskriegt. Manche Silikonformen sind eine ganz annehmbare Lösung. Vieles ist leider Schrott. Zum Glück gibt es mittlerweile an jeder Tanke Eiswürfel in Beuteln zu kaufen. Crushed Ice in Beuteln ist meist leider ein einziger großer Block. Um das auseinander zu bekommen, schmeisst ihr den Sack am besten einfach auf einen harten, unempfindlichen Boden. Das schmilzt schneller, muss also zügiger verarbeitet werden.

 

Gläser

Man braucht auf jeden Fall ein paar Longdrinkgläser und Tumbler. Je sechs Stück sollten es schon sein, von Nachtmann gibt es eine ganz schöne Auswahl. Der klassische Cocktailspitz ist sehr schön, aber auch sehr groß. Für zuhause finde ich die hier super. Wenn du gerne Scotch, Rum oder Cognac pur trinkst, brauchst du ein paar Nosing-Gläser. Am besten finde ich das Glencairn-Glas von Stölzle.

Schnaps

Natürlich richtet sich die Ausstattung der Bar letzten Endes nach deinen Vorlieben. Aber gerade wenn du ab und zu Gäste hast, die eine guten Drink zu schätzen wissen, sollten ein paar Dinge nicht fehlen:

 

  • London Dry Gin für klassische Gin-basierte Cocktails und Gin and Tonics. Brokers ist mein Favorit.
  • Premium Wodka, ich mag am liebsten Wyborowa oder Stolichnaya.
  • Weißer Rum aus Melasse, z.B. Ron Varadero oder Havanna Club 3.
  • Bourbon fürs Mad Men – Feeling. Elijah Craig und Bulleit sind verlässliche Allrounder. Wer es kräftiger mag, greift zu Rye. Relativ leicht zu finden ist Old Overholt, besser ist Rittenhouse.
  • Roter Wermuth, das kann Martini Rosso, die deutlich bessere und teurere Alternative ist Antica Formula.
  • Eine fassgelagerte Spirituose für den Pur-Genuss. Das kann Cognac sein, Schotch Whisky oder alter Rum.
  • Weißer, trockener Vermouth. Noilly Prat ist der Klassiker.
  • Campari
  • Tequila und Mezcal sind groß im Kommen, außerhalb von Bartenderkreisen allerdings noch nicht so richtig. Patron Tequila und San Cosme Mezcal sind relativ gute Qualitäten fürs Geld.

 

Damit ist die eigene Bar schon sehr gut ausgestattet. Lieber klein anfangen, dafür nur gute Sachen und Stück für Stück erweitern. Irgendwann kommt dein Umfeld eh drauf, dass man dir mit schönen Gläsern und guten Spirituosen eine Freude machen kann.

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